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Äthiopien als Auswanderungsland

Gelesen auf der Seite der Deutschen Botschaft für Äthiopien
Leben und Arbeiten in Äthiopien

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, nach Äthiopien auszuwandern, sollten Sie sich zunächst an die Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige, Auskunftserteilung über ausländisches Recht wenden, die beim Bundesverwaltungsamt unter folgender Anschrift eingerichtet ist:

Bundesverwaltungsamt
Abteilung ZMV
50728 Köln
Tel.: 022899 358 4998
E-Mail: auswandern@bva.bund.de
Internet: www.auswandern.bund.de

Sofern Sie zu anderen als touristischen Zwecken einreisen, müssen Sie vor der Einreise nach Äthiopien ein Visum bei der für Sie zuständigen äthiopischen Auslandsvertretung beantragen. In der Bundesrepublik Deutschland sind dies die

Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien
Boothstraße 20 a, 12207 Berlin
Tel.: 030-77 20 6-0; Fax: 030-77 20 6-24; 030-7 72 06 26
E-Mail: Emb.ethiopia@t-online.de
Website http://www.aethiopien-botschaft.de

bzw. das

Generalkonsulat der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien
Eschersheimer Landstraße 105-107, 60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069-97 26 96 0; Fax: 069-97 26 96 33
E-Mail: Consul.eth@t-online.de

Dokumente für die Beantragung einer Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis für Äthiopien sind in legalisierter Form vorzulegen. Informationen erhalten Sie bei der äthiopischen Botschaft in Berlin.

Es ist in Äthiopien ansässigen Ausländern nicht gestattet, ausländische Währung – ungeachtet der Höhe – für einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen zu besitzen. Ausländische Währung, die einen Betrag von umgerechnet 1.000 USD übersteigt, ist bei Einreise zu deklarieren und innerhalb von 30 Tagen nach Einreise bei einem amtlich zugelassenen Wechselbüro in ETB zu wechseln.

Reise- und Sicherheitshinweise, einschließlich medizinischer Hinweise finden Sie im Länderteil Äthiopien des Auswärtigen Amts unter www.diplo.de.

Die in Äthiopien vertretenen größten deutschen Institutionen sind:

GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH)
GIZ Office Addis Ababa
P.O. Box 12631; Addis Ababa
Tel.: + 251-11-5180200; Fax: + 251-11-5540764
E-Mail: giz-aethiopien@giz.de

Goethe-Institut Addis Abeba
Sidist Kilo, Compound of Faculty of Business and Economics
P.O. Box 11 93; Addis Abeba
Tel: + 251 11 1242345/46; Fax: + 251 11 1242350
E-Mail: info@addis.goethe.org

Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba / German Embassy School Addis Ababa
P.O. Box 1372; Addis Abeba
Tel.: +251 (0) 11 55 34 465; Fax: +251 (0) 11 55 34 418
info@dbsaa.de

Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Äthiopien
P.O. Box 1139; Addis Abeba
Telefon: +251-11-122 37 79 / +251-11-122 37 64; Fax: +251-11-122 30 82
info@kk-addis.de

Gelesen auf der Seite:
https://www.welt.de/kultur/article121077817/Vergesst-Europa-Die-Zukunft-wohnt-in-Addis-Abeba.html


Vergesst Europa! Die Zukunft wohnt in Addis Abeba

Veröffentlicht am 22.10.2013 | Lesedauer: 11 Minuten

Von Andrea Hanna Hünniger

In Äthiopien liegt der Altersdurchschnitt bei 18 Jahren. Wer Deutschland zu langweilig findet, der muss in das nordafrikanische Land gehen. Dort fährt einem die Zukunft durch die Glieder.

Ich sage, ich gehe jetzt nach Afrika, hier ist nichts mehr los, die Koalitionsverhandlungen, der Herbst, der Bischof, all das wird gewesen sein, das war damals so die Sprache der Zukunft. Und ich werde in Afrika gewesen sein. Am Morgen, wenn noch keine Autoabgase die Stadt in einen dichten Nebel hüllen, kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Luftfeuchtigkeit am höchsten ist, verwandelt sich Addis Abeba, zweitausend Meter über dem Meeresspiegel, in dünne Luft und wird zu einer einzigen Marathonstrecke. Jeden Tag sehe ich Hunderten von Läufern beim Training zu. Äthiopien rennt. Ihr habt ideale Trainingsbedingungen. Ein Land, das nicht einfach im Umbruch liegt, sondern einen Dauermarathon läuft. Mein Herz schlägt schneller und kräftiger.

Es war höchste Zeit, dass ich aus Deutschland rauskam. Ich fuhr zum Flughafen und sagte: Afrika. Ich trug nicht einmal bunte Kleider. Die am Schalter wussten Bescheid und sagten, guten Flug.

Ich fühle mich in Afrika sprachlos und versuche unentwegt, eine Sprache für das Neue zu finden. Wörter für etwas, das ich nicht kenne und das doch da ist. Ich versuche zu reden. Etwas zu finden, worüber ich reden kann. Ich weiß weder aus noch ein, was ich denke, kommt von dort, wo ich herkomme, was ich sagen will, müsste hier sein, wo ich gelandet bin. Ich komme, nach Tagen, aber mit einer unbestreitbar hellen Klarheit zu der Einsicht: dass ich mich verändern muss, mein Verhältnis zur Welt und zu dem, was ich dort, wo ich lebe, tun soll, außer arbeiten, und tun kann, außer essen gehen, einkaufen und all den Sachen, die einen beschäftigen, bis die Läden und Restaurants irgendwann schließen.

Ich stehe auf und sage mir jeden Tag neu, jetzt beginnt wieder dein Leben, wie schön, absolut, und ich lege mich wieder ins Bett und frage mich, warum es so weitergeht und wo hier ein offenes Fenster ist. Wie sieht eigentlich die Zukunft aus? Deine und meine? Ich schließe die Augen und sehe nichts.

In Gedanken anderswo leben

Ich klettere auf einen Berg. Die Muezzin beginnen zu singen und gleich darauf die christlich-orthodoxen Priester, deren Singsang eher ein Heulen ist. Die Muezzin werden daraufhin lauter. Nicht weit von dem Haus, in dem ich wohne, liegt die thailändische Botschaft, und von dort trällert ein Kinderchor herüber. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, viele Hundert Menschen gehen dreimal täglich in die christlich-orthodoxe Kirche. Noch so ein Marathon. Glauben und laufen. Die Stadt, die Menschen machen einen höllischen Lärm. Oder einen irgendwie göttlichen.

So laut ist es am Sonntag bei uns nie. Außer am verkaufsoffenen Sonntag. Du kannst dich hinstellen und sagen: wie niedlich das alles aussieht. Dann ertappst du dich dabei, dass du mit einem alten oder neuen kolonialen Hochmut auf das Land herabschaust. Wie dein Nachbar auf deinen verwilderten Garten. Wollen Sie nicht einmal aufräumen, den Rasen mähen, ihn klein machen, kurz halten, zurückstutzen, bis die Bäume und das Gras sich nicht mehr zu wachsen getrauen? Bis die ganze Bande nicht mehr aufmuckt? In sich gekehrtes Wachstum. Es fühlt sich nur so an, als ginge es weiter, aber nichts geht. Dass es geht, ist eine optische Täuschung.

Die Realitäten haben sich verschoben. Wir leben in einem ängstlichen Stillstand. Wenn sich etwas bewegt, dann am falschen Ort, wenn etwas passiert, dann zur unrechten Zeit, wenn gewählt wird, dann stimmt das Ergebnis nicht. Und wir leben in einem abstrusen Verhältnis zum Wachstum, unserem Wachstum, das wir doch erfunden haben hier, wo der Fortschritt wohnt. Irgendetwas wird mehr, aber keiner weiß noch, was genau. Afrika ist in Bewegung. Ich denke, so fühlt sich die Zukunft an, dass etwas möglich ist, dass du etwas tun kannst. Eins fügt sich zum anderen, und du gehörst irgendwie dazu.

Ich kenne Leute, die verbringen ihre Zeit damit, sich Immobilien anzusehen, die viel zu teuer für sie sind, in denen sie nie wohnen werden. Sie sitzen vor den Anzeigen und versuchen, in Gedanken anderswo zu leben. Aber sie rühren sich nicht vom Fleck. Planspiele im Gehirn.

Das verlockende Schreien der Hyäne

Gestern Abend saß ich im Garten, hörte den Gesängen zu, lachte und schaute, ob das Marihuana, das meine Gastgeberin angebaut hat, gut wächst. Der Garten gehört zu einem Haus im italienischen Stil, das der letzte Kaiser Äthiopiens für seine Cousine gebaut hat. Sie nutzte das riesige Gebäude vor allem zum Beten. Eine kleine private Kirche. Hier wohne ich. Der Kühlschrank summt. Ich lese etwas Proust, „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Der Ketchup schmeckt anders. Der Käse ist unbezahlbar.

Ich starre in die Luft, höre den Verkehr und die Priester, bis ein Tier von der Pferdekoppel her Radau macht, klingt wie ein schreiendes Baby. Die Pferde werden unruhig. Ich laufe zur Koppel. Nekonnen, der auf die Pferde aufpasst, rennt mir nach, er ist ängstlich und versucht, mir etwas zu sagen. Ich verstehe ihn nicht. Er treibt die Pferde von der Koppel zum Stall. Die ganze Zeit gestikuliert er hektisch. Was ist denn? What’s the problem? Animal, bad animal! Die Bedrohung ist real. Wie wirklich die Wirklichkeit sein kann.

Das Tier, das wie ein Baby schreit, sodass sich mir die Gedärme zusammenziehen, ist eine Hyäne, die sich hin und wieder auf das Grundstück traut und manchmal einen Kadaver mitschleppt. Als ich das endlich kapiere, rechtzeitig genug, renne ich ins Haus. Ich habe mich selten lebendiger gefühlt als in jenem Moment, in dem ich von einer Hyäne begehrt wurde. Du musst immer wieder zum Leben erweckt werden, denke ich. Der Fall Lazarus. Und dann tust du so, als würdest du neu anfangen. Siehst alles mit anderen Augen. Als würde dir die Zukunft durch die Glieder fahren. Bist nicht gelähmt. Du willst noch was. Und das liegt dort vorne.

Die Stadt schlägt wie ein verliebtes Herz. Ein abenteuerliches Herz. Die Menschen sind sehr freundlich, wobei ich nie weiß, was sie wirklich denken. Ich komme hierher, fahre in einem großen Auto, lebe in einem großen Haus, als wäre ich eine Prinzessin aus Berlin, und nie hörte ich etwas Unfreundliches von einem Äthiopier. Mit welcher Härte verteidigen wir dagegen unseren Lebensstil, einen Stil, der einen doch immer wieder zu einem aggressiven Kaninchen mit Gucci-Tasche verkommen lässt. Das Leben, das wir so leben, stößt an eine natürliche Grenze – oder ist längst darangestoßen. Wir wollen es ungern wahrhaben. Tun so, als ginge es so weiter wie bisher. Die Gegenwart, das sind nur unsere Gewohnheiten und Gewissheiten.

Reiten lernen

Ich lernte in Addis Abeba reiten. Das geht so: Ich setze mich auf das Pferd, der Lehrer erklärt mir drei Befehle, und ich gehe eine halbe Stunde später in den Galopp. Am nächsten Tag springe ich mit dem Pferd über den Zaun der Koppel. In Deutschland ist so eine Schnelligkeit undenkbar. Da läuft das Pferd mit dir tagelang im Kreis.

In Äthiopien begreife ich zum ersten Mal, dass ich etwas zu tun habe. Dass niemand auf die Welt kommt mit dem Auftrag, die Welt zu retten. Dass ich meine Möglichkeiten zu nutzen habe. Das ist ein Gefühl, das mir zu Hause verloren geht. Ich habe dort nichts zu tun, ich muss mich nicht mehr an irgendetwas beteiligen, ich muss mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich mich nicht beteilige.

Ein Leben wie eine zahme Hyäne. Nehmen, was liegen bleibt, was da ist, reicht doch. Keine Vergangenheit außer der einen, die wie eine Story fürs Fernsehen aufbereitet ist. Keine Zukunft, nur noch einen ausgedehnten Begriff von Gegenwart. Immer jetzt, ein langes Jetzt, ohne eine Tür nach draußen, die Gegenwart als endloser Korridor, und vor mir zwei Herren wie bei Kafka, die sagen, kommen Sie mit, es geht doch voran.

Ich stehe zweitausend Meter über dem Meer. Die Luft ist ruhig. Ich reise durch das Land, in das sich Arthur Rimbaud rettete, als er von Europa übersättigt war, das Schreiben aufgab und hier unten zur Waffe griff. Er muss das unglaubliche Spektakel im Norden Äthiopiens gesehen haben, wenn die Bundeslade herausgetragen und in einer großen Zeremonie gefeiert wird. Einmal im Jahr. Er muss den alten Mönch gesehen haben, der bis zu seinem Tod der Einzige sein wird, der den Inhalt der Bundeslade kennt und als Einziger auf sie aufpassen darf.

Nicht einmal die NSA könnte die Bundeslade knacken. Das ist beruhigend, dass es ein echtes Geheimnis noch gibt. Rimbaud muss, genau wie ich, von den Mönchen gehört haben, die, wenn sie auserwählt wurden, bis zu ihrem Tod über die Bundeslade zu wachen, vor dieser Verpflichtung davonrannten. Die Tafeln des Moses sind nicht für alle gleichermaßen reizvoll.

Hundert Jahre nach dem Tod Rimbauds wird in Äthiopien Lucy gefunden, eine drei Millionen Jahre alte Frau, der älteste Fund eines Menschen. Ich komme aus Afrika und sollte wohl dorthin zurückkehren. Zumindest innerlich. Ich werde nicht auswandern. Obwohl ich die Priester, die weglaufen, gut verstehen kann. Wenn die Gegenwart ein Stein ist, erschlägt sie dich.

Als hätte sich die Welt herumgedreht

Ich fahre in Richtung Süden, in die Nähe von Arba Minch. Die Luft ist feucht, ab und an kommt ein Gewitter. Die Gewitter sind niederschmetternd und kurz. Ich checke in die „Paradise Lodge“ ein, die hält, was sie verspricht. Ein idyllisches Dorf. Ich stehe in einem Häuschen mit Bett und Moskitonetz. Wenn ich auf die Terrasse trete, schaue ich in das Tal und über einen bis zum Horizont dahinfließenden Dschungel.

Wenn in Deutschland irgendetwas als Paradies bezeichnet wird, stehe ich meistens auf einem betonierten Nachkriegsplatz vor einer Aldi-Filiale und schwitze und bekomme Angst. In der Nähe der „Paradise Lodge“ wurde eine von 31 neuen Universitäten eröffnet. Sie hat zwar noch keine Zufahrtsstraße, aber das Haus steht immerhin.

Es ist so, als hätte sich die Welt herumgedreht. Hier die Zukunft und vor den Kaufhäusern der Leerlauf. Hier Afrika, dort ich. In der Lodge gehen um 23 Uhr die Lichter aus. Wir müssen Strom sparen, mir erscheint das plötzlich unglaublich sinnvoll.

Um vier Uhr morgens wache ich von einem Geräusch auf, das von zehn Lkw-Motoren kommen muss. Es regnet. Tausend kristallene Tropfen fallen auf das Häuschen. Ich laufe zu den Generatoren, die direkt gegenüber von riesigen Batterietonnen halb im Regen stehen. Hotelangestellte schreien sich über ihre Walkie-Talkies an.

In Afrika wieder zum Bürger werden

Michel Leiris schreibt 1934 über seine Reise durch Afrika von West nach Ost, die ihn auch durch Äthiopien führte, in seinem Tagebuch „Phantom Afrika“, dass er das Land liebe, weil „ich mich auf niemanden verlassen kann“. Ich stehe neben den Tonnen und denke, dass das Leben jeden Moment vorbei sein kann. In Äthiopien ist der Altersdurchschnitt achtzehn Jahre. Das ist sicherlich einer der Gründe dafür, weshalb man sich auf niemanden so recht verlassen kann, aber immer alles in Bewegung ist, weshalb es unglaublich viel Sinn macht, dass es so viele Universitäten gibt und dass so viele chinesische und türkische Unternehmen hier investieren.

Es ist eine einfache Rechnung. Wenn achtzig Millionen Äthiopier gebildet sind, wird das Land einen zivilisatorischen Sprung machen und uns vorleben, wie man einen anderen Weg gehen kann, ohne das westliche Modell zu importieren, das im Augenblick völlig unbrauchbar ist. Wozu braucht Afrika eine große Koalition?

Ich versuche ein Tagebuch zu führen und scheitere daran, die Realität aufzuschreiben. Mein Zugriff darauf ist zu nachlässig und zu grob. Am Morgen lese ich Zeitung. Es ist sonnig, 23 Grad. In der Zeitung steht, dass jemand zum Tode verurteilt wurde. Der Verurteilte hatte seinen Vater verbrannt. Gleichzeitig berichtet „Human Rights Watch“ von Menschenrechtsverletzungen in einem Gefängnis, das unter dem Namen Maekelawi bekannt ist. Nach den Angaben von 35 Häftlingen verweigert das Gefängnispersonal den Insassen lebensnotwendige Versorgung und misshandelt sie, um Geständnisse zu erpressen.

Was ich in Afrika lerne, ist, wieder in Bewegung zu kommen. Ich lerne, wieder Bürger zu werden. Klingt sehr altmodisch, ich muss mich daran gewöhnen. Für etwas bürgen, das werden, das kommen soll. So ungefähr. Ich bin in einem Land, das mich herausfordert, als hätte das innere Afrika sich nach außen gestülpt. Jean Paul hat es gesehen, in „Selina“: „Wir machen aber von dem Länderreichtum des Ich viel zu kleine oder enge Messungen, wenn wir das ungeheure Reich des Unbewussten, dieses wahre innere Afrika, auslassen. Von der weiten vollen Weltkugel des Gedächtnisses drehen sich dem Geiste in jeder Sekunde immer nur einige erleuchtete Bergspitzen vor, und die ganze übrige Welt bleibt in ihrem Schatten liegen.“

Hier endet der Bericht von Andrea Hanna Hünniger, der bereits 2013 veröffentlicht wurde.

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Ab hier kommst du wieder in die Realität des Heute:

Gelesen auf der Seite

des Auswärtigen Amtes:

Aktuelles

Am 23. und 24. Oktober 2019 kam es im Bundesstaat Oromia und anderen Orten mit Oromo-Bevölkerungsanteil (z.B. Dire Dawa, Harar) zu teils gewalttätigen Demonstrationen.
Bereits Mitte Oktober 2019 kam es zu Sperrungen und Blockaden auf allen Hauptverkehrsverbindungen von und nach Addis Abeba.

Westlich von Gondar ist es Anfang Oktober 2019 zweimal zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen, bei denen insgesamt über 20 Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet wurden.

Die Grenzgebiete der Oromo- und Somali-Regionen sind von wiederholten gewaltsamen und teilweise tödlichen Zusammenstößen beider Volksgruppen geprägt. Betroffen sind vor allem die Gebiete Moyale, Guji, Bale, Borena, Hararghe und West Guji.
Seit Dezember 2018 finden zudem im Gebiet West-Oromia (East and West Wellega) und Benishangul Gumuz im Westen des Landes Auseinandersetzungen einzelner Bevölkerungsgruppen und Sicherheitskräften statt. Die Strecke von Asossa nach Nekemte war ebenfalls betroffen.
Auch rund um Moyale, im Grenzgebiet zu Kenia, gibt es immer wieder gewaltsame Zusammenstöße.

  • Meiden Sie die Grenzgebiete der Oromo- und Somali-Regionen.
  • Seien Sie auch in anderen Städten der Somali-Region sowie umliegenden Gebieten wie Dire Dawa oder Harar besonders vorsichtig.
  • Sehen Sie von nicht notwendigen Fahrten auf der Straße von Gondar Richtung Metema ab.
  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
Sicherheit

Von Reisen
– in die Somali-Region südlich und östlich von Harar und Jijiga
 
sowie
– eigenständigen Reisen ohne Begleitung durch äthiopische Sicherheitskräfte in die Danakil-Wüste und die nördliche Afar-Region wird abgeraten.
Von nicht erforderlichen Reisen
– in die
Region Benishangul-Gumez und
– in das unmittelbare Grenzgebiet zu Kenia wird abgeraten.

Terrorismus

In den vergangenen Jahren wurden in Äthiopien vereinzelt Bombenanschläge verübt bzw. konnten Anschlagsversuche vereitelt werden. Die erhöhte Gefahr von Anschlägen besteht fort. Im April 2019 wurden in Addis Abeba mehrere ausländische Personen mit dem Verdacht festgenommen, konkret Anschläge auf öffentliche Veranstaltungen und Einrichtungen in der Hauptstadt vorbereitet zu haben, Dabei wurden Waffen sichergestellt. Durch das militärische Engagements Äthiopiens in Somalia v. a. im Hinblick auf die dortige Terrororganisation al-Shabaab werden regelmäßig Drohungen gegen in Somalia engagierte Länder bekundet. Auch der Standort Addis Abeba, als Sitz der Afrikanischen Union (AU), erhöht die Attraktivität für mögliche Terroranschläge. Die äthiopische Regierung warnt vor Aktivitäten al-Shabaabs in Äthiopien.

  • Seien Sie insbesondere an belebten Orten, in der Nähe westlicher Einrichtungen und touristischer Reiseziele, als auch größerer Hotels und bei besonderen Anlässen und Großveranstaltungen besonders aufmerksam.
  • Achten Sie auf verdächtige Personen und herrenlose Gepäckstücke wie z.B. Taschen, Pakete oder Textilbündel und melden diese ggf. der Polizei.
  • Verhalten Sie sich möglichst unauffällig und meiden Sie größere Menschenansammlungen.
  • Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.

Innenpolitische Lage

Ein im Februar 2018 ausgerufener Notstand wurde Anfang Juni 2018 vorzeitig beendet. Der Ausrufung des Notstands waren Massendemonstrationen, gewalttätige Streiks, Straßenblockaden und teils gewaltsame Proteste gegen die äthiopische Regierung, überwiegend in der Region Oromia und auf den Hauptstraßen in der Umgebung von Addis Abeba, vorausgegangen. In den Randgebieten des Landes kommt es aber immer wieder zu Zwischenfällen.

Auf Grund von Unabhängigkeitsbestrebungen in verschiedenen Gebieten der Südregion, insbesondere im Gebiet der Sidama kam es Mitte Juli 2019 zu Protesten und Unruhen mit mehreren Todesfällen. Die Region befindet sich unter Kontrolle der Bundesstreitkräfte, die Lage ist wieder ruhig.

Am 22. Juni 2019 wurde in Addis Abeba der Generalstabchef der äthiopischen Armee erschossen. Am selben Tag kam in Bahir Dar der Präsident der Region Amhara bei einem Putschversuch zu Tode.
Im Stadtgebiet Addis Abeba ist die Lage ruhig, mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen der örtlichen Polizeikräfte ist zu rechnen. 

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Lassen Sie bei  Reisen nach bzw. Aufenthalten in der regionalen Hauptstadt Hawassa, sowie in den umliegenden Gebieten Sidama und Wolayta, eine erhöhte Aufmerksamkeit walten.
  • Seien Sie bei Fahrten in die Region Amhara besonders vorsichtig.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Grenzgebiet zu Eritrea

Von eigenständigen Reisen ohne Begleitung durch äthiopische Sicherheitskräfte in die Danakil-Wüste und die nördliche Afar-Region wird abgeraten.

Bei Fahrten in das direkte Grenzgebiet zu Eritrea und in die Danakilsenke in Nord-Afar können gewalttätige Überfälle durch Banditen und örtliche Untergrundorganisationen sowie Entführungen nicht ausgeschlossen werden. Zuletzt wurde Anfang Dezember 2017 am Rande des Ertale-Vulkans in der Danakil-Wüste ein deutscher Staatsangehöriger getötet.

Es wird davon abgeraten, die Straße Eli Dar Richtung Assab zu befahren. Dort muss auch mit neu verlegten Landminen gerechnet werden. Im Südosten der Grenzregion zu Eritrea ist das Gebiet an der Straße Bure-Assab betroffen. Bei unbedingt erforderlichen Fahrten sollten die örtlichen Behörden informiert und um entsprechende Schutzmaßnahmen gebeten werden. Die politische Beilegung des Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und Eritrea sowie die Öffnung der Grenze im September 2018 hat an den Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige (u.a. Drittstaater) nach Eritrea nichts geändert. Die Einreise ist von Äthiopien kommend weiterhin nur auf dem Luftweg nach Asmara möglich und nicht auf dem Landweg.

Grenzgebiet zu Somalia

Von Reisen in die Somali-Region südlich und östlich von Harar und Jijiga wird abgeraten. Der bewaffnete Konflikt zwischen äthiopischen Streitkräften und Teilen der ONLF, der Zustrom somalischer Flüchtlinge sowie mögliche Infiltrationsversuche islamischer Fundamentalisten stellen erhebliche Risikofaktoren dar. Insbesondere besteht die Gefahr von Entführungen. In der gesamten Somali Region (Ogaden) besteht abseits der Hauptverkehrsstraßen eine erhebliche Minengefahr. Größere Truppenbewegungen erfolgen auch grenzüberschreitend.

  • Unternehmen Sie Reisen in das Grenzgebiet zu Somalia aufgrund möglicher –auch grenzüberschreitender- Militäraktionen gegen Al-Shabaab-Kämpfer nur in enger Abstimmung mit den äthiopischen Behörden.

Grenzgebiet zu Sudan und Südsudan

Von nicht erforderlichen Reisen in die Region Benishangul-Gumez wird abgeraten. Die Lage in Sudan, insbesondere mit möglichen Flüchtlingsbewegungen in Richtung Äthiopien, ist wegen nicht auszuschließender Zwischenfälle und Übergriffe unwägbar. Auch in der Gambella-Region kam es immer wieder zu sicherheitsrelevanten Zwischenfällen. Die Lage ist trotz hoher Präsenz von Regierungstruppen und Sicherheitskräften angespannt. Bei unbedingt erforderlichen Fahrten in diese Region wird zu stark erhöhter Vorsicht geraten. Dies gilt aufgrund der zunehmend angespannten Sicherheitslage auch für die amharische Grenzregion zu Sudan.

  • Meiden Sie das Grenzgebiet zu Südsudan.

Grenzgebiet zu Kenia

Von nicht erforderlichen Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zu Kenia wird abgeraten. Das Risiko von Entführungen an der somalisch-kenianischen Grenze, die ggf. auch ausstrahlen können, ist weiterhin hoch; es bestehen zudem Unsicherheitsfaktoren im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Stammesauseinandersetzungen.

Minengefahr besteht abseits der Hauptverkehrsstraßen ferner in der erweiterten Grenzregion zu Kenia (Borana-Region). Rund um den Grenzübergang Moyale führten gewaltsame Zusammenstöße zwischen den Volksgruppen der Somali- und Oromia Region sowie den Sicherheitskräften mehrfach, zuletzt Mitte Dezember 2018, zu zahlreichen Todesopfern.

  • Seien Sie bei unabdingbaren Reisen besonders vorsichtig.
  • Informieren Sie sich unmittelbar vor Reiseantritt bei den örtlichen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.

Oromo-und Amhara-Regionen

In den Oromo-und Amhara-Regionen kommt es seit der Wahl des neuen Premierministers zunehmend zu teils gewalttätigen Demonstrationen und Protestaktionen.

Süd-Omo-Zone

Im November 2016 erfolgte ein bewaffneter Überfall auf eine europäische Reisegruppe.

  • Informieren Sie sich für Reisen in der Süd Omo Zone, insbesondere abseits der touristischen Routen, unmittelbar vor Reiseantritt bei den örtlichen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.
  • Unternehmen Sie in der Region nördlich des Omo-Nationalparks keine Individualreisen, sondern nur mit professioneller Begleitung.

Kriminalität

In Addis Abeba kommt es regelmäßig zu Taschendiebstählen und gelegentlich auch zu Raubüberfällen auf Passanten. Insbesondere stehen auch Ausländer als lohnendes Ziel im Fokus von Kriminellen. Solche Straftaten sind auch in anderen Städten und im Ländlichen möglich.
Zusätzlich führen Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen gelegentlich zu gewaltsamen Übergriffen.
Bei Anmietung von Wohnraum und Mietwagen verlangen Vermieter häufig eine Passkopie, z.T. zur Weitergabe an Behörden.

  • Seien Sie besonders vorsichtig, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
  • Führen Sie stets mehrere Kopien des Reisepasses mit, wenn Sie Wohnraum oder Mietwagen vor Ort anmieten möchten.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Naturkatastrophen

Äthiopien liegt in einem moderat erdbebengefährdetem Gebiet – aufgrund der baulichen Gegebenheiten insbesondere in den großen Städten ist nicht auszuschließen, dass auch kleinere Beben zu erheblichen Schäden führen würden.

  • Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
  • Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis vertraut. Diese bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums.

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Es gibt außer einer modernen Eisenbahnverbindung von Addis Abeba nach Dschibuti nur eingeschränkten Zug- und Busverkehr. Die Infrastruktur des Landes ist schwach, gut ausgebaute Straßen für Überlandreisen sind nur begrenzt vorhanden.
Insbesondere in den Grenzregionen und abseits regelmäßig befahrener Straßen ist von einem erhöhten Risiko durch Überfälle und weiter auch durch Landminen auszugehen. Zudem sind hier die Möglichkeiten, bei Verkehrsunfällen Hilfe zu erhalten, äußerst beschränkt.

Der Grenzübertritt mit einem Privatfahrzeug nach Äthiopien ist in der Zeit von Freitag, 18 Uhr bis Montag, 6 Uhr und unter der Woche in den Nachtstunden zwischen 18 und 6 Uhr grundsätzlich nicht möglich.

  • Wägen Sie Urlaubsreisen abseits der Hauptstrecken in die Regionen Oromia und Amhara vorsichtig ab.
  • Verzichten Sie grundsätzlich am späten Nachmittag, bei Dämmerung und bei Dunkelheit aus Gründen der Verkehrssicherheit auf Überlandfahrten.
  • Holen Sie vor Reisen ins Landesinnere genaue Erkundigungen über die Sicherheitslage im Einzelfall ein.
  • Schalten Sie möglichst immer ortskundige Führer ein und stimmen Sie ggf. auch die Reise mit den örtlichen Behörden ab.

Führerschein

Für das Führen von Fahrzeugen in Äthiopien ist ein äthiopischer Führerschein vorgeschrieben. Für Ausländer wird dieser nur in Addis Abeba ausgestellt, so dass Ausländer bei erstmaliger Einreise ihr Fahrzeug nicht selbst nach Addis Abeba fahren können. Die deutsche Botschaft in Addis Abeba stellt auf der Grundlage deutscher nationaler Führerscheine eine gebührenpflichtige Konsularbescheinigung aus, mit der der äthiopische Führerschein beantragt werden kann.

LGBTIQ

Homosexuelle Handlungen sind in Äthiopien strafbar und können mit Gefängnisstrafen von einem bis zehn, in schweren Fällen bis zu 15 Jahren bestraft werden. Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls strafbar und können in Äthiopien mit Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu 25 Jahren geahndet werden. Bei Fällen mit Todesfolge oder schweren Verletzungen droht eine lebenslange Haftstrafe.

  • Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.

Strafrecht

Drogendelikte werden schon bei Geringfügigkeit mit harten Strafen geahndet, diesbezügliche gerichtliche Verfahren können sich monatelang hinziehen.

Die gesetzliche Strafandrohung für jeglichen Drogenbesitz beträgt je nach Schwere der Tat zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Drogenschmuggel wird mit Gefängnisstrafe bis zu 17 Jahren geahndet. Dies gilt auch für das Schmuggeln sogenannter „weicher“ Drogen wie zum Beispiel Marihuana.

Es ist strikt verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z.B. Flughafen, Eisenbahn, Brücken, Regierungsgebäude usw.) und Militär/Polizei zu fotografieren.

Der Aufenthalt in Äthiopien ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung sowie die Erwerbstätigkeit ohne Arbeitserlaubnis sind Vergehen, die in der Regel mit Inhaftierung bis zur Ausreise und Geldstrafen geahndet werden.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der Birr (ETB). Reisende sollten ausreichend Euro oder US-Dollar für die gesamte Reisedauer mit sich führen. Euro werden außerhalb der Hauptstadt nur in wenigen Orten gewechselt oder akzeptiert. Innerhalb der Hauptstadt ist der Umtausch von Euro-Noten problemlos möglich. Beim Kauf von US-Dollar-Noten sollte darauf geachtet werden, möglichst neue Noten zu erwerben, da Scheine älterer Serien in Äthiopien nicht akzeptiert werden.

Versuche, auf dem Schwarzmarkt zu tauschen, sind strafbar und können mit Haftstrafen geahndet werden.

Geldabheben per Kreditkarten ist an Geldautomaten in den großen Hotels in der Hauptstadt möglich, und vielfach auch in den mittleren und größeren Städten Äthiopiens. Bei Banken kann mit Kreditkarte Geld abgehoben werden, jedoch gegen hohe Gebühren. Außerhalb der Hauptstadt werden Kreditkarten äußerst selten in größeren Hotels akzeptiert.

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App „Zoll und Reise“ finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass: Ja
  • Vorläufiger Reisepass: Ja
  • Personalausweis: Nein
  • Vorläufiger Personalausweis: Nein
  • Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:

Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Visum

  1. Ein Visum ist erforderlich. Das Visum kann vor Reiseantritt bei der äthiopischen Botschaft in Berlin oder dem äthiopischen Generalkonsulat in Frankfurt oder bei Einreise („on arrival“) beantragt werden.
Visum vor der Einreise
  1. Visumanträge, die persönlich bei der Botschaft eingereicht werden, können innerhalb einer Stunde bearbeitet werden. Auf dem Postweg dauert es ca. eine Woche. Die Bearbeitungszeit von Geschäftsvisa für Journalisten beträgt mindestens einen Monat. 
  2. Darüber hinaus ist vor Reiseantritt die Beantragung eines E-Visa für einmalige touristische Einreisen ausschließlich über den Addis Abeba Bole International Airport möglich. Nach aktuellen äthiopischen Meldungen ist die Beantragung von E-Visa derzeit nicht möglich.
  3. Die genauen Einreisebestimmungen und aktuellen Visagebühren können bei der zuständigen äthiopischen Auslandsvertretung erfragt werden.

Visum bei Einreise („on arrival“)

  1. Ein Visum bei Einreise ist nur für Touristen bei Ankunft am internationalen Flughafen Bole (Addis Abeba) erhältlich. Grundsätzlich werden hier nur Visa für die einmalige Einreise mit einer Gültigkeit von einem Monat bis maximal drei Monaten ausgestellt. Die Infrastruktur am Flughafen ist allerdings nicht geeignet, eine hohe Zahl ankommender Touristen schnell und problemlos mit Einreisevisa auszustatten. Mit langen Wartezeiten muss daher gerechnet werden. Geschäftsvisa und Visa für einen Daueraufenthalt in Äthiopien können nicht am Flughafen erteilt werden. Gleiches gilt für Visa für Personen, die auf dem Landweg einreisen. Visaerteilungen an den äthiopischen Land-Grenzkontrollposten sind nicht möglich.

Einreisekontrolle

  1. In Zweifelsfällen weisen die mit der Passnachschau am Flughafen Addis Abeba beauftragten Behörden Ausländer, von denen sie vermuten, dass sie andere als touristische Zwecke in Äthiopien verfolgen, zurück. Die so Zurückgewiesenen müssen mit der sofortigen vorübergehenden Einziehung ihrer Pässe rechnen und werden gezwungen, die Heimreise mit dem nächsten Flug der Gesellschaft anzutreten, mit der sie nach Addis Abeba angereist sind. Die Wartezeit bis dahin müssen sie im internationalen Bereich des Flughafens verbringen. Erst unmittelbar vor Antritt ihres Rückfluges wird so Zurückgewiesenen der Pass zurückgegeben.

Erfassung biometrischer Daten

  1. Am Internationalen Flughafen Addis Abeba Bole werden bei der Aus- und/oder Einreise an der Passkontrolle Fingerabdrücke, sowie die Aufnahme eines digitalen Passfotos der einreisenden Person genommen.
    Eine Weigerung zur Mitwirkung kann zu einer Verweigerung der Aus- oder Einreise führen.

Transit in andere ostafrikanische Länder

  1. Seit 2011 werden viele ostafrikanische Flüge der Ethiopian Airlines am Inlandsflughafen abgefertigt. Die Flüge anderer Fluggesellschaften werden am internationalen Terminal abgefertigt. Eine visumfreie Einreise für bis zu 24 Stunden ist nur mit einem Ethiopian-Airlines-Ticket möglich.
  2. Da am Inlandsflughafen bislang kein Visumschalter eingerichtet wurde, kann es bei der Beantragung eines Visums am Flughafen zu Verzögerungen kommen. Es wird daher dringend geraten, bei Einreise aus o. g. Ländern das Visum vor der Reise bei der zuständigen äthiopischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Verlängerung des Aufenthalts

  1. Visumverlängerungen müssen beim Hauptbüro der äthiopischen Einwanderungsbehörde in Addis Abeba wiederum für die doppelte Visumsgebühr (nur in US-Dollar, nicht in Landeswährung zahlbar) rechtzeitig vor Ablauf des Visums beantragt werden. Eine Gewähr für eine Verlängerung gibt es nicht. Bei Überschreiten der Aufenthaltsdauer ist mit einer hohen Geldstrafe zu rechnen, die in US-Dollar zu entrichten ist. Darüber hinaus kann im Einzelfall auch eine Haftstrafe angeordnet werden.

Passverlust

  1. Reisende, denen der Pass während ihres Aufenthalts in Äthiopien abhandengekommen ist, egal ob durch Diebstahl oder auf andere Weise, müssen diesen Verlust bei der für den Verlustort zuständigen äthiopischen Polizeidienststelle anzeigen. Sie erhalten dort darüber eine Bescheinigung. Damit muss anschließend bei der deutschen Botschaft ein Passersatzpapier (Reiseausweis oder vorläufiger Reisepass) beantragt und ausgestellt werden. Mit diesem Passersatzpapier und der Polizeibescheinigung muss anschließend bei der äthiopischen Ausländerbehörde in Addis Abeba (Department for Immigration and Nationality Affairs) ein Exit-Visum beantragt werden. Ohne dieses Visum ist es nicht möglich, Äthiopien über den Flughafen Addis Abeba wieder zu verlassen.
  2. Das Verfahren zur Erteilung des Exit-Visums in solchen Fällen ist umständlich und erstreckt sich in der Regel über mehrere Arbeitstage. Die dafür erhobene Gebühr schwankte zuletzt zwischen 50 US-Dollar bzw. in eiligen Fällen 75 US-Dollar pro Person. Sie ist in bar in US-Dollar zu entrichten. Auf Seiten des Antragstellers sollte nach Möglichkeit ein äthiopischer Sprachmittler hinzugezogen werden.

Ausreisegebühr

  1. Bei der Ausreise ist eine Flughafengebühr von 20,- US-Dollar fällig, die meist im Flugticket enthalten ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, muss die Steuer bar am Flughafen entrichtet werden.

Minderjährige

  1. Es existieren keine besonderen Vorschriften für allein reisende Minderjährige oder für Fälle einer Einreise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil.
  • Beachten Sie ggf. die Hinweise für eine Einverständniserklärung für Minderjährige.

Einfuhrbestimmungen

  1. Beträge von mehr als umgerechnet 3.000 US-Dollar müssen von Reisenden bei Einreise deklariert werden. Bei Ausreise mit einem Betrag von mehr als umgerechnet 3.000 US-Dollar ist die entsprechende Zollerklärung oder eine Bankbestätigung vorzulegen.
  2. Die Höchstgrenze für Ein- und Ausfuhr von Bargeld in Landeswährung beträgt pro Person 200,- ETB für alle Reisenden ohne Ausnahme. Bei einer versuchten Ausfuhr von mehr als 3.000,- ETB droht ein Strafverfahren.
  3. Bei der Einreise sind von allen nicht ständig in Äthiopien ansässigen Personen („Non-Residents“) Fremdwährungsbeträge, die den Gegenwert von 3.000 US-Dollar pro Person überschreiten, grundsätzlich zu deklarieren. Bei Ausreise können Fremdwährungsbeträge bis zum Gegenwert von 3.000 US-Dollar pro Person ohne Nachweis ausgeführt werden. Fremdwährungsbeträge, die den Gegenwert von 3.000 US-Dollar pro Person übersteigen, können nur bei Vorlage von Einfuhrnachweisen oder Bankbelegen ausgeführt werden. Ab einer versuchten Ein- bzw. Ausfuhr ohne Deklaration bei einer Einfuhr-/Ausfuhrmenge im Gegenwert von 10.000 US-Dollar droht ein Strafverfahren.
  4. Ausländische Staatsangehörige mit ständigem Aufenthalt in Äthiopien (residents) müssen Fremdwährungsbeträge ab einem Gegenwert von umgerechnet 5.000 US-Dollar sowohl bei Einfuhr- als auch Ausfuhr deklariert werden; ansonsten droht ein Strafverfahren. Die Ein- und Ausfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten. Jagdwaffen müssen bei der Einreise deklariert und genehmigt werden. Wertvolle elektronische Geräte müssen bei der Einreise angegeben werden. Die Zollbehörde trägt diese Geräte bei Einreise in den Pass ein und überprüft bei der Ausreise, ob diese Geräte tatsächlich wieder ausgeführt werden. Bei der Einfuhr von Videokameraausrüstung (abhängig vom Typ und Marke der Kamera) kann es zu Komplikationen bis hin zur Konfiszierung der Ausrüstung kommen, vor allem dann, wenn es sich um eine Profiausrüstung handelt. Reisenden wird empfohlen, möglichst über das Reisebüro die Einfuhr der Ausrüstung vor Reiseantritt abzuklären bzw. bei der Visumsbeantragung bei der äthiopischen Auslandsvertretung nachzufragen. Die Einfuhr und der Besitz jeder Art pornographischen Materials sind verboten. Aus Äthiopien dürfen ohne Genehmigung des Nationalmuseums keine Gegenstände ausgeführt werden, die kunsthistorischen Wert haben (gilt für ältere Gegenstände über 50 Jahre, aber auch zum Teil. für neuere Holzarbeiten, Bibeln, Ikonen, Kreuze etc.). Um Probleme bei der Ausfuhr zu vermeiden, sollte in Zweifelsfällen stets die Genehmigung des Nationalmuseums eingeholt werden. Bei der Ausfuhr von Steinen, Pflanzen, Gewürzen oder Pflanzenteilen und Tierprodukten (Leder, Federn etc.) kann es zu Problemen kommen.

Einfuhr von Kraftfahrzeugen

Die vorübergehende Einfuhr von Kraftfahrzeugen für touristische Besuche ist möglich. Für Informationen hinsichtlich der Zoll- und sonstigen Formalitäten sollten Sie sich im Vorfeld an die äthiopische Botschaft in Berlin oder die Ethiopian Transport Authority wenden.

Heimtiere

Bei der Einfuhr von Katzen und Hunden ist eine Tollwutimpfung erforderlich, die älter als 30 Tage, aber nicht älter als ein Jahr sein muss. Andere Tiere benötigen ein aktuelles amtstierärztliches Zeugnis, um die Einfuhrerlaubnis zu erhalten. Weitere Informationen sollten Sie bei der äthiopischen Botschaft in Berlin erfragen.

Gesundheit

Aktuelles

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Im Mai 2019 wurden durch Impfpolioviren (cVDPV2) verursachte Fälle von Kinderlähmung in der Provinz Somali nachgewiesen.

  • Bei Kurzzeitreisen unter vier Wochen Reisezeit sollten Sie nach abgeschlossener Grundimmunisierung alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung erhalten. Bei Langzeitreisen über vier Wochen Reisezeit sollten Sie vier Wochen bis zwölf Monate vor Ausreise mit einer Dosis gegen Poliomyelitis geimpft werden, siehe Merkblatt Poliomyelitis.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen. Ausgenommen hiervon sind Kinder unter einem Jahr.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (ACWY) empfohlen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise finden Sie hier.
Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.
Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Ein Ausbruch wurde zuletzt 2019 in der Region Afar beschrieben. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe auch Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.
Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Malaria ist in Äthiopien endemisch (69% Malaria tropica). Addis Abeba und Höhenlagen über 2.500 m sind malariafrei. In allen anderen Landesteilen besteht ein ganzjähriges, hohes Übertragungsrisiko, siehe Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V..

Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. Neben der notwendigen Expositionsprophylaxe ist zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.
  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.
HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein HIV-Übertragungsrisiko. Die Prävalenz von HIV beträgt in Addis Abeba wahrscheinlich deutlich unter 10 %, im restlichen Land deutlich weniger.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe auch Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.
Cholera

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen und kann daher gut durch entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden Verlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist nur sehr selten gegeben, in der Regel nur bei besonderen Expositionen wie z.B. der Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten, siehe Merkblatt Cholera.

  • Lassen Sie sich hinsichtlich Ihres Risikoprofils ggf. durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten.

Meningokokken-Krankheit (unter anderem Hirnhautentzündung)

Diese Erkrankung wird hauptsächlich während der Trockenzeit in den Monaten Dezember bis Mai übertragen und tritt vorwiegend im Westen und Süden des Landes auf, siehe Merkblatt Meningokokken.

  • Lassen Sie sich entsprechend Ihrer Reiseart und -zeit  hinsichtlich einer Impfung (Kombinationsimpfstoff gegen die vier Meningokokken-Typen ACWY) beraten.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Bilharziose wird beim Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im oder am Süßwasser durch das Eindringen von Wurmlarven durch die intakte Haut übertragen, siehe Merkblatt Bilharziose.

  • Vom Baden in Süßwassergewässern (Flüsse und Seen, insbesondere auch Omo River) sollten Sie in ganz Äthiopien konsequent absehen.

Gifttiere

In allen tropischen und vielen subtropischen Ländern kommen eine Reihe teilweise gefährlicher Giftschlangen vor, deren Biss schwere Körperschäden bis zum Tod bewirken kann.

  • Viele Schlangen sind nachtaktiv, daher sollten Sie nachts möglichst nicht im Freien umherlaufen.
  • Greifen Sie nicht in Erdlöcher oder -spalten, unter Steine bzw. Reisig, Zweige und ähnlich unübersichtliches Material.

Des Weiteren kommen einige giftige Spinnen- und Skorpionarten und andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung wie z. B. bestimmte auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen sowie Hundertfüßler vor.

  • Achten Sie beim Greifen, Gehen, Sitzen und Liegen auf möglicherweise Gifttiere.
  • Schütteln Sie vor Benutzung Bettdecken und -laken, Kleidungsstücke, Schuhwerk sowie Kopfbedeckungen aus.

Luftverschmutzung

  • Informieren Sie sich über aktuelle Luftwerte z.B. über den World Air Quality Index sowie die Smartphone App AirVisual.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist selbst in Addis Abeba mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch hoch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch bzw. Französisch sprechende Ärzte. Eine zeitgemäße Notfallversorgung bei z.B. Herzinfarkten oder Schlaganfällen ist häufig nicht vorhanden. Insbesondere bei bekannten Vorerkrankungen sollten Reisen nach Äthiopien auch wegen der Belastungen wie durch die Höhenlage sorgfältig abgewogen werden.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z. B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken). Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.. Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 
  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.